Shotguns-Episoden

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In den Sechzigern kippte meine Anlage (ein „Turm“, bestehend aus Jensen-Box + Dynacord „King“ Amp) auf wackeligen Bühnenbrettern (in Dasing) auf Sigis davor abgestelltes Saxophon. Dieses war danach flach wie eine Flunder.


Muss in den 70ern gewesen sein. Schlechte Erdung beim Auftritt in einem Wochenendhaus irgendwo am Ammersee: Ich berührte mit den abstehenden Saitenenden meiner Gitarre versehentlich das Metallgehäuse meines Dynacord-Echos. Es gab einen Knall, und die Saite war zu kleinen Kügelchen geschmolzen. Ich kam erstaunlicherweise mit dem Schrecken davon ...


In den 80ern kam unser damaliger, ziemlich langbeiniger Drummer Heinz (r.i.p.!) in einer Spielpause auf die Idee, seinen Platz übers Drumset hinweg nach vorn zu verlassen, weil's hinten recht eng zuging. Danach lag nicht nur er samt einigen Trommeln und Becken auf dem Boden, sondern auch der Rest der Band – vor Lachen.


Mit Publikum haben wir auch einiges erlebt, vor allem in amerikanischen Kasernen, wo wir oft auftraten. Einmal (in der Reese-Kaserne) zerschellte ein Bierkrug ganz knapp neben mir an der Bühnenwand. Ein Schwarzer hatte ihn geworfen, weil wir nicht ausschließlich Soul-Nummern spielten.


Nach einem Gig in der Sheridan-Kaserne wollten uns die GIs nicht wegfahren lassen. Als ich im Auto saß, hoben sie es hinten an, allerdings ohne zu bedenken, dass mein MiniCooper Frontantrieb hatte ...

Bei einem Freiluftkonzert (in den 90ern) auf dem Rathausplatz in Gersthofen tauchte – erbost über die Lärmbelästigung – eine ältere Frau mit einem Korb Eiern auf und begann uns zu bewerfen. Dumm nur, dass sie bei unserem Keyboarder (Dieter „Hengst“ Frei) angefangen hatte, der wie üblich eine Halbe Bier auf seiner Hammond stehen hatte, die er ihr reaktionsschnell über den Kopf schüttete.


Der Auftritt bei einer Motorrad-Rocker-Party in einer Scheune bei Schrobenhausen endete ziemlich „im Trüben“, als die nicht mehr ganz nüchternen Sieger der vorangegangenen Wettfahrt nach Entgegennahme ihrer Pokale als Höhepunkt mit ihren schweren Motorrädern „Standing burn-outs“ produzierten – und zwar auf der „Tanzfläche“. Sie ließen die Maschinen mit viel Gas und angezogener Vorderradbremse so lange im Kreis rotieren, bis das Profil komplett vom Reifen geschmolzen war. Die flüssigen Gummitropfen flogen als heiße Geschosse durch die Scheune, während Gäste und Musiker schon wegen der Rauchbelastung die Flucht ergriffen. Wo die Gummitropfen aufkamen, verfestigte sich das flüssige Material, und zurück blieben Millionen von Gummiwürstchen, vor allem auf der Bühne. In stundenlanger Arbeit zupften wir die festsitzenden Rückstände vom Equipment. Noch Jahre später fanden sich die Relikte dieses Abends an Instrumenten und Verstärkern, zum Beispiel, wenn Geräte bei Reparaturen demontiert wurden.

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